Hackerangriff auf das Computernetzwerk der Stadt Markranstädt
Markranstädt, d. 08. Januar 2012
Wir- die Markranstädter CDU - fordern vom Unternehmen Kommunale Datennetz Sachsen GmbH (KDN) die sofortige Entlassung des Mitarbeiters, der für den Hackerangriff verantwortlich ist.
Mit Entsetzen mussten die Markranstädter Bürgerinnen und Bürger aus der Leipziger Volkszeitung am 07./08.01.2012 erfahren, dass ein IT-Administrator der Kommunalen Datennetz Sachsen GmbH (KDN) mit Sitz in Dresden den dienstlichen Computer der Markranstädter Bürgermeisterin Carina Radon ausspionierte. Seit März 2011 gab es offensichtlich knapp 50 Hackerangriffe.
Der Geschäftsführer der KDN, Herr Frank Schlosser, teilte lapidar mit, dass es sich bei dem Täter um einen seiner Mitarbeiter handelt, welcher nur vom Dienst suspendiert sei. Außerdem soll es sich aus seiner Sicht nur um einen einmaligen Vorgang handeln. Der Hackerangriff ist für uns Markranstädter CDU eine kriminelle Handlung. Dem muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln nachgegangen werden. Denn schließlich geht es hier um die Sicherheit der Daten bei der Stadt Markranstädt.
Wir - die Markranstädter CDU - fordern deshalb vom Unternehmen Kommunale Datennetz Sachsen GmbH (KDN) die sofortige Entlassung des Mitarbeiters, der für den Hackerangriff verantwortlich ist.
8. Sondersitzung des Stadtrates beschließt Haushalt 2012
Auf einer Sondersitzung hat der Stadtrat am 5. Januar 2012 den Haushalt für das laufende Jahr mehrheitlich verabschiedet. Dem vorausgegangen war eine nahezu viermonatige Diskussion zwischen Verwaltung und Stadtrat.
Markranstädt zählt damit zu den wenigen Kommunen im Landkreis, die auch 2012 investieren, z. B. in den Schulkomplex mit Mittelschule und Gymnasium. Darüber hinaus werden auch 2012 alle freiwilligen Leistungen, beispielsweise die Vereinsförderung und die Kinder- und Jugendarbeit fortgeführt.
Auf Grund steigender Betriebs- bzw. Energiekosten, der steigenden Kreisumlage (ca. 160.000,- EUR innerhalb eines Jahres), erhöhter Pflege und Unterhaltungsaufwand für Frei- und Grünflächen sowie den Winterdienst u. a. erhöhen sich die Ausgaben in diesem Jahr. Dies stellte die Stadträte bei den Beratungen zum Haushaltsausgleich vor große Herausforderungen.
Neben der wiederholten intensiven Prüfung aller Einsparpotenziale haben alle Fraktionen konkrete Vorschläge zur Erhöhung der Einnahmen unterbreitet. Diese Maßnahmen, insbesondere auch der CDU-Fraktion, haben wesentlich zum Haushaltsausgleich beigetragen.
Damit verbunden sind natürlich auch eine Reihe von schmerzlichen Maßnahmen, unter anderem die Erhöhung der Kindergartengebühren und des Gewerbesteuersatzes auf einen Durchschnittssatz im Freistaat Sachsen. Allerdings muss betont werden, dass die bisherigen Gebühren und Steuern weit unter dem vergleichbarer Städte gelegen haben und in Markranstädt ein hohes Niveau sowohl in der Qualität als auch in der Zahl der Kindertagestättenplätze erreicht wurde, das sich sehen lassen kann. Andere Städte sind da noch lange nicht so weit. Soziale Ausgewogenheit, so auch der Tenor der CDU-Fraktion, macht sich nicht an einzelnen Gebührenerhöhungen fest, sondern an der Gesamtsicht auf die sozialen Verhältnisse in der Stadt.
Der Haushalt hat ein Volumen von circa 16,7 Millionen € im Verwaltungshaushalt, aus dem die laufenden Ausgaben (z.B. soziale Leistungen) bezahlt und ca. 9,5 Millionen € im Vermögenshaushalt, mit
denen Investitionen vor allem im baulichen Bereich finanziert werden.
Schwerpunkte der Investitionen werden 2012 der Abschluss der Sanierung der Schulgebäude in der Parkstraße und die touristische Erschließung des Westufers am Kulkwitzer See sein, aber auch die Weiterführung des Hochwasserschutzes in Frankenheim und die Sanierung des Schlossareals in Altranstädt stehen im Investitionsplan.
Einer der Schwerpunkte der Diskussionen im Stadtrat war die geplante Gewinnabführung von 200.000 € seitens der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Die Stadt Markranstädt hat in den 1990 er Jahren Vermögen im Wert von ca. 9 Mio. EUR in die MBWV mbH eingebracht. Es handelt sich hierbei um Mietwohngrundstücke im Stadtgebiet. Nach Angaben der Bürgermeisterin wird dies jedoch nicht zu Mieterhöhungen führen sondern aus Gewinnen generiert werden. In der Sächsischen Gemeindeordnung ist auch festgelegt, dass kommunale Unternehmen einen Ertrag für den Haushalt abwerfen sollen. Auf Grund der soliden Situation der MBWV mbH ist eine Gewinnausschüttung an die Stadt als 100%ige Eigentümerin legitim und sinnvoll. Einheitliche Auffassung im Stadtrat war, dass der Geschäftsführer der Gesellschaft zukünftig regelmäßig im Stadtrat über die Tätigkeit der Gesellschaft berichtet, um so eine bessere Verzahnung der Strategie der Gesellschaft mit dem Stadtrat zu ermöglichen.
Kostenerhöhung bei der Sanierung der Schule
Die Bürgermeisterin informierte, dass beim Bauvorhaben Mittelschule im Bereich des Kellers erhebliche Nässeschäden festgestellt wurden. In einer ersten Kostenschätzung wird von ca. 125.000 € Mehrkosten ausgegangen. Ob die Sanierung in dem geplanten Umfang durchgeführt wird und wie dies finanziert wird, muss die Verwaltung klären und dem Stadtrat einen Vorschlag für die nächste Sitzung des Technischen Ausschusses erarbeiten.
Hackerangriff auf Bürgermeister-PC
Die Bürgermeisterin informierte den Stadtrat ebenfalls über einen Hacker-Angriff auf ihren PC, mit dem versucht wurde, vertrauliche Daten herunter zu laden. Frau Radon verlas die Chronologie der bisherigen Ereignisse. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte und die Polizei wurden eingeschaltet, die Ermittlungen laufen.
Sitzung des Stadtrates am 08.12.2011
Die Bürgersprechstunde begann mit Anfragen zu den Kosten des Umbaus des Rathauses, die schriftlich beantwortet werden. Eine weitere Nachfrage erfolgte zu den kranken Bäumen am Kreisel am Ortseingang. Diese Mängel müssen noch im Rahmen der Gewährleistung durch die Gartenbaufirma abgestellt werden. Auch die Frage nach den möglichen Käufern von Grundstücken im Bereich des Kulkwitzer See konnte gleich beantwortet werden, die entsprechende Beschlussvorlagen werden in den öffentlichen Sitzungen jeweils bekannt gegeben werden.
Jahresbericht Verein „Richtungswechsel“
Herr Lühr vom Verein „Richtungswechsel“ berichtete über das erste Jahr, in dem er mit dem Betrieb der Jugendeinrichtungen beauftragt wurde. Insbesondere innerhalb des Jugendclubs Großlehna hat es viele Veränderungen gegeben, gegenwärtig arbeitet der Verein daran, auch für Mädchen zwischen 10 und 16 Jahren gemeinsam mit den Sportvereinen ein besseres Angebot zu ermöglichen. Der Ortsteilarbeit soll im nächsten Jahr stärker gefördert werden, ebenso die Vernetzung mit den Schulen. Er schätzt ein, dass die mobile Jugendarbeit deutlich in der Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.
Die Elternbeiträge für die Kindertagesstätten und -horte müssen ab 2012 erhöht werden. Dieser Schritt, der allen Stadträten und auch der Verwaltung nicht leicht fiel, ist aber unausweichlich.
In der Diskussion wurde vielfach betont, dass Markranstädt ein sehr gutes Betreuungsnetz besitzt und bisher vergleichsweise niedrige Kindertagesstättengebühren erhoben hat. Angesichts der gestiegenen Qualität an der Ausstattung in den Kindergärten und der weiter zurückgehenden Einnahmen insbesondere vom Freistaat müssen aber die Elternbeiträge angehoben werden. Von der CDU-Fraktion wurde ein Antrag bestätigt, der im Bereich der Kinderkrippe einem um circa fünf Euro niedrigeren Beitrag vorsieht. Dies war insbesondere wichtig, da in diesem Bereich besonders hohe Anpassungen notwendig sind.
In der Diskussion wurde von Stadtrat Schwerdtfeger und Stadträtin Rödger betont, dass schon der Gesetzgeber mit der Festlegung von Höchstgrenzen für die Eltern soziale Schieflagen ausschließt, wie ein populistischer Vorwurf aus der Fraktion der Linken lautete. Insbesondere gering Verdienende müssen keine Beiträge bezahlen. Das wichtigste für die Eltern ist, überhaupt einen Betreuungsplatz zu erhalten, die Qualität der Betreuung und akzeptable und mittelfristig planbare Gebühren. Aus diesem Grund sollten auch die Beiträge zumindest für zwei Jahre stabil gehalten werden.
Kauf Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug
Für die Ortsfeuerwehr Markranstädt wird, nach europaweiter Ausschreibung, ein Löschgruppenfahrzeug HLF 20/16 im Wert von ca. 359.000,- EUR gekauft, das zukünftig besser den Brandschutz in der Stadt sichern hilft.
Stadtsanierung - Angebot von Ablösevereinbarungen an die Grundstückseigentümer
Grundsätzlich müssen Grundstückseigentümer in den Sanierungsgebieten Beiträge für ihre Grundstücke bezahlen, die sich aufgrund der in den letzten Jahren erreichten Sanierungsarbeiten in ihren Grundstückswerten verbessert haben.
Nach den gesetzlichen Vorschriften muss ein Teil dieses Wertzuwachses wieder an die Fördermittelgeber zurückgezahlt werden. Um dies zu erleichtern und den Grundstückseigentümern entgegenzukommen, wird es im nächsten Jahr die Möglichkeit geben, freiwillig ihre Zahlung auf der Basis von Wertgutachten zu leisten und dabei einen 20 %-igen Rabatt zu erhalten. Dabei wurde von Seiten der CDU-Fraktion insbesondere auf die Notwendigkeit verwiesen, dass die Verwaltung
rechtzeitig die Gutachten vorlegt und eine intensive Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
Einbringung des Haushaltplanentwurfs 2012
Nach langen Diskussionen im Vorfeld wurde nun der Haushalt eingebracht. Dieser ist ausgeglichen und wird nun noch einmal in den Ausschüssen des Stadtrates diskutiert werden. Allerdings müssen die Beiträge für die Kindertagestätten und auch die Hebesätze für die Gewerbesteuer angehoben werden. Die Beschlussfassung ist für den 5. Januar auf einer Sondersitzung geplant. Der Haushalt umfasst insgesamt ein Volumen von ca. 26,2 Mio. EUR. Die wichtigsten Investitionen sind die Weiterführung der Schulhaussanierung Mittelschule/Gymnasium, die Entwicklung des Bereiches am Kulkwitzer See, die Stadtsanierung, die Weiterführung des Hochwasserschutzes Frankenheim und auch die Teilsanierung von Gräben im Stadtgebiet.
Dafür ist auch die Neuaufnahme von Krediten in Höhe von 2.000.000 € vorgesehen. Dies umfasst im Wesentlichen die Ausgaben für die Schulhaussanierung. Die CDU Fraktion wird insbesondere darauf achten, dass auch in den nächsten Jahren nur maßvoll Kredite aufgenommen werden. Die Verschuldung der Stadt Markranstädt wird zum 31.12.2012 nur ca. 805,- EUR pro Einwohner betragen und damit weit unter dem Landesdurschnitt liegen.
Auch 2012 kann ein ausgeglichener Haushaltsplan vorgelegt werden. Dieser ausgeglichene Haushalt ist die Grundlage für weitere Investitionen in die Zukunft unserer Stadt.
Überörtliche Prüfung der Haushalts- und Rechnungsprüfung der Stadt Markranstädt
Die Bürgermeisterin informierte umfassend über einen Bericht des Staatlichen Rechnungsprüfungsamtes, der die Haushaltsführung der vergangenen fünf Jahre geprüft hatte.
Da der Bericht dem Stadtrat nicht schriftlich vorlag, konnte er sich auch keine eigene Meinung dazu bilden. In einer umfassenden Diskussion entspannte sich die Frage, zu welchem Zeitpunkt der Bericht im Stadtrat zugeleitet werden sollte, eine Mehrheit entschied sich dann für die Übersendung an die Stadtrat zu einem Zeitpunkt, bei dem alle Stellungnahmen, auch von Seiten des Landkreises inklusive der Kommunalaufsicht vorliegen. Dies ist auch das gängige Verfahren in anderen Städten, wie Stadtrat Dr. Aegerter betonte.
Situation der 1. Beigeordneten, Frau Lehmann
In einer persönlichen Erklärung sprach Frau Lehmann von ihren Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung nach ihrer langen Krankheit. Die dabei aufgetretenen Konflikte innerhalb der Stadtverwaltung müssen aber zunächst intern geklärt werden, andererseits darf die Arbeit, die der Stadtrat der Beigeordneten zugewiesen hat, auch nicht beeinträchtigt werde
Dazu der Fraktionsvorsitzende gegenüber der LVZ: „Die Lage ist natürlich für die ganze Stadt nicht vorteilhaft", so Kirschner. "Die Arbeitsorganisation obliegt meiner Meinung nach der Bürgermeisterin.“
Die Bürgermeisterin reagierte richtig, vertagte das Thema in den nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung und gab gegenüber der Presse, Funk und allen Stadträten ein schriftliches Statement ab.
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Sitzung des Stadtrates am 06.10.2011
In der traditionellen Bürgerfragestunde stand zunächst das inzwischen abgeschlossene Verfahren zum Bürgerbegehren für „die Erhaltung und die Entwicklung der Freiflächen und der Waldflächen am Westufer des Kulkwitzer Sees“ im Mittelpunkt. Bekanntermaßen hatte die CDU/FDP- Fraktion in der öffentlichen Stadtratssitzung am 18.08. vorgeschlagen, zu diesem Thema ein Mediationsverfahren durchzuführen.
Auf Nachfrage aus der Bürgerschaft antwortete der Fraktionsvorsitzende der CDU/FDP Fraktion, Herr Dr. Kirschner und erläuterte den gegenwärtigen Stand. Er hatte seinerzeit vorgeschlagen, dass bis Ende August von Seiten der Fraktionen, von den drei Initiatorinnen des Bürgerbegehrens sowie von den Vertretern der Bürgerinitiative die Bereitschaft vorliegen soll, ein solches Mediationsverfahren mit zu bestreiten.
Unverständlicherweise lehnten schon zur Stadtratssitzung am 18.08. Frau Karin Topp als Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens sowie Mitglieder der Stadtratsfraktion „Die Linke“ und der SPD Stadtratsfraktion diesen Vorschlag spontan ab.
Leider lag im September nur ein ultimatives Schreiben der Bürgerinitiative bzw. ihres beauftragten Rechtsanwaltes vor, so dass eine Mediation wenig Sinn macht. Er machte auch deutlich, dass unter den gegebenen Umständen in einer Fraktionssitzung im September eine überwiegende Mehrheit der CDU/FDP Fraktion sich gegen die Mediation ausgesprochen hat.
Er bedauerte sehr, dass mehrere Konfliktparteien dem Mediationsverfahren nicht zugestimmt haben. Zwar betonten am 06.10. die Fraktionsvorsitzenden der Linken als auch der SPD ihre Bereitschaft zu einem derartigen Verfahren, allerdings liegen der CDU/FDP Fraktion von beiden Seiten keine entsprechenden schriftlichen Erklärungen vor.
Die CDU/FDP Fraktion ist weiterhin Gesprächsbereit, eine schriftliche Einladung an die drei Initiatorinnen des Bürgerbegehrens ist im September erfolgt.
Information über den Grundwasseranstieg in der Region
In einem interessanten Vortrag informierte Herr Häfner von der Landesdirektion Leipzig über die aktuelle Situation des Grundwasseranstieges in der Region. Die Grundwasserstände werden seit langer Zeit im 5-Jahresabstand mittels Stichtagmessungen ermittelt und entsprechend ausgewertet. Es hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gezeigt, dass der Grundwasserspiegel entscheidend durch den Braunkohleabbau, die Industrieentnahmen und durch Wasserentnahmen für die Trinkwasserversorgung beeinflusst wurde. Es hat sich insbesondere seit 1992/93 viel geändert, insbesondere wurden Wasserwerke geschlossen, die Tagebaue werden gegenwärtig geflutet und auch die Entnahme von Grundwasser für die Industrie ist drastisch zurückgegangen. Dies führte dazu, dass die hydrologische Situation nach Vergleichen mit alten Grundwassermessungen sich dem Stand von 1910/20 annähert, das heißt der Zeit vor dem Kohleabbau insbesondere in unserer Region.
In dem Gebiet in Kulkwitz, in dem die bekannten Probleme mit Überschwemmungen entstanden sind, ist es durch den dort umlaufenden Tiefbau und der Entnahme von circa 6-10 m Kohleflöz zu erheblichen Senkungen kommen. In den vergangenen Jahren konnte eine Flutung nur dadurch verhindert werden, dass die Flächen durch Pumpwerke trocken gehalten wurden. Durch die besondere Niederschlagsituation Ende 2010 bzw. Anfang 2011 kam es nach Mitteilung der Betreiber, den Kommunalen Wasserwerke Leipzig GmbH, zu Ausfällen der Pumpwerke, so dass sich gegenwärtig die natürlichen Grundwasserstände einstellen. Diese sind repräsentativ mit dem Grundwasserstand, wie sie vor dem Bergbau vorhanden gewesen sind.
Ortsvorsteher Dieter Trotz bestätigte die gegenwärtige Situation. Heute besteht aus seiner Sicht insbesondere die Gefahr des Nährstoffeintrages aus der Landwirtschaft, die zur Eutrophierung des Gewässers führen kann. Auch die Einleitung von Regenwasser aus dem Wohngebiet Seebenisch und von vorbehandeltem Abwasser aus den Kleinkläranlagen wurde in der nachfolgenden Diskussion angesprochen, insbesondere wurde nochmals die Frage nach den Verantwortlichkeiten gestellt. Nach wie vor ist unverständlich, warum die Kommunalen Wasserwerke GmbH nicht durch das Landratsamt als Untere Wasserbehörde oder die Landesdirektion Leipzig zum Handeln gezwungen werden. Im Ergebnis war es ein interessanter Bericht, es ist aber Zeit, für die Verantwortlichen auch entsprechend zu handeln.
Verkauf des Grundstückes Schulstraße 5/6
Seit langem ist das Grundstück Schulstraße 5/6 einer Brachfläche direkt am Marktplatz. Dieses Grundstück soll nunmehr an die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft verkauft werden, um dort ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. In Verbindung mit der Neugestaltung der Schulstraße, die gegenwärtig geplant wird, kann es damit gelingen, diese Seite des Marktes in einem ansehnlichen Zustand zu versetzen, nach dem auch die Gebäude der Kirchengemeinde saniert wurden.
Grundstücksverkäufe am Westufer Kulkwitzer See
Im Bereich des Bebauungsplanes „Westufer Kulkwitzer See“ sollen nunmehr Baugrundstücke öffentlich zum Verkauf angeboten werden. Dies ist notwendig, weil u. a. keine eigenen Mittel aus dem Haushalt für die Entwicklung des Gebietes zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es relativ viele Anfragen Bauwilliger, welche in diesem Gebiet ein Grundstück erwerben und Wohnhäuser bauen möchten.
Hierbei gab es schon im Vorfeld Diskussionen darüber, dass die Stadträte die Sicherheit haben wollen, dass nicht nur die Grundstücke verkauft werden, sondern auch Klarheit geschaffen werden muss, dass tatsächlich die touristische Infrastruktur wie geplant ertüchtig beziehungsweise neu gebaut wird und insbesondere auch die Finanzierung gesichert ist. Dazu werden auf Vorschlag der CDU/FDP- Fraktion nunmehr die notwendigen Baubeschlüsse in den kommenden Wochen erarbeitet.
Die Bürgermeisterin informierte, dass Fördermittelzusagen für die touristische Erschließung frühestens nach einer Sitzung beim Fördermittelgeber im November vorliegen werden. Auch wurde durch die CDU/FDP- Fraktion vorgeschlagen, zur vorliegenden Planung der Seepromenade und der touristischen Infrastruktur einer öffentlichen Veranstaltung durchzuführen, um die Bürger über die geplanten Maßnahmen zu informieren und Anregungen aufzunehmen.
Auf Initiative der CDU FDP Fraktion wurde nochmals klargestellt, dass die Vergabe der einzelnen Baugrundstücke selbstverständlich im Stadtrat bestätigt werden muss.
MAF in Frankenheim
Die Bürgermeisterin informierte, dass ein weiterer MAF (Markranstädter Automobilfabrik) aus dem Jahre 1909 von einer Privatperson aus dem Ortsteil Frankenheim in Schweden gekauft wurde und die kleine Flotte historischer MAF-Fahrzeuge des Oldtimervereines Markranstädt in den Werkhallen in der Ziegelstraße vervollständigen soll.
Teilnahme am European Energy Award
Die Stadt wird sich weiterhin am European Energy Award beteiligen hierzu sollen die entsprechenden Fördermittelanträge gestellt werden. Ziel ist es in diesem Programm das Thema Energieeffizienz und Klimaschutz in ihm das Bewusstsein des kommunalen Handelns zu rücken.
Markranstädter Offensive Schule - Wirtschaft
Frau Lehmann stellte die Kampagne Markranstädter Offensive Schule - Wirtschaft vor. Ziel ist es, angesichts zurückgehender Schülerzahlen die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und der Wirtschaft und eine praxisbezogene Wissensvermittlung in den Schulen zu stärken. Dazu zählt beispielsweise auch die Markranstädter Unternehmermesse MUM.
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7. Sondersitzung des Stadtrates am 11. und 18. August 2011
Die Sondersitzung des Stadtrates am 11. August begann mit einem tragischen Unglück. Ein Zuhörer brach während des Beginns der Sitzung zusammen und konnte trotz des persönlichen Einsatzes des Fraktionsvorsitzenden Herrn Dr. Kirschner und weiterer Helfer nicht wiederbelebt werden. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen und am 18. August 2011 weitergeführt.
Leider sind die Rahmenbedingungen für die Sitzungen des Stadtrates im gegenwärtig genutzten Ratsaal nicht optimal. Dies betrifft nicht nur die Zahl der Sitzplätze, die allerdings im Regelfall ausreichen (die CDU Fraktion würde sich einer intensiverer Bürgerbeteiligung auch bei anderen Themen sehr wünschen), sondern auch die Anordnung der Sitzmöglichkeiten (ein Teil der Stadträte sitzt immer mit dem Rücken zu den Zuhörern) und zum Teil auch die akustischen Bedingungen. Dies sind natürlich nicht die Ursachen für dieses Unglück, allerdings sollte dies zum Anlass genommen werden, auch nochmals über die Rahmenbedingungen für die Stadtratssitzungen nachzudenken.
Zwei wesentliche Themen bestimmten dann am 18.8.11 den Sonderstadtrat. Dies war zum einen die Umsetzung des zweiten Bauabschnittes des Schulkomplexes in der Härtelstraße/Parkstraße und zum anderen die Frage der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zur Verhinderung der Wohnbebauung am Ufer des Kulkwitzer Sees.
Zweiter Bauabschnitt Schulkomplex Markranstädt
Nachdem sich mit Hilfe der Mittel aus dem Konjunkturprogramm II die Arbeiten am ersten Bauabschnitt in Kürze dem Ende entgegen neigen und die Schüler und Lehrer die sanierten Bereiche der Schule als auch den Anbau am Gymnasium „in Beschlag“ nehmen können, konnten bisher keine Fördermittel für den zweiten Bauabschnitt eingeworben werden. Hintergrund dafür ist, dass die Fördermittelprogramme des Freistaates für den Neubau und die Sanierung von Schulen aufgrund des erheblichen Schülerrückganges vor allem im ländlichen Raum drastisch reduziert worden sind. Dies berücksichtigt allerdings nicht, dass gerade in den großen Städten und auch im Umfeld der großen Städte steigende Geburtenzahlen zu verzeichnen sind. Dieser an sich wünschenswerte Trend wurde leider bei den Haushaltsplanungen des Freistaates nicht richtig berücksichtigt.
Um die begonnene Sanierung nicht zum Stillstand kommen zu lassen und die Schulgebäude und Außenanlagen auch fertig zustellen, wurde nunmehr versucht, mit den vorhandenen Eigenmitteln die verbleibenden Arbeiten in zwei Bauabschnitte aufzuteilen. Noch in diesem Jahr sollen vor allem die Heizungsanlagen erneuert, ebenso wie die Außenanlagen fertig gestellt werden. Im nächsten Jahr werden dann die weiteren Innensanierungsarbeiten vor allem in der Mittelschule fortgeführt. Die CDU-Fraktion hofft, dass es gelingt, aus zurückgegebenen oder nicht benötigten Mitteln des Freistaates noch Fördermittel zu erhalten. In diesem Zusammenhang wurde auch beschlossen, eine Fotovoltaikanlage auf das Dach der Schule zu setzen, die einerseits Einnahmen generiert und andererseits ein Beitrag zum Klimaschutzprogramm der Stadt ist.
Entscheidung über das Bürgerbegehren
Auf der Sitzung des Stadtrates musste über den von der Bürgerinitiative „Pro Kulki, kontra Bebauungswahn - Bürger für Markranstädt“ beantragten Bürgerentscheid entschieden werden. Bereits in der Juni-Sitzung hatte die CDU-Fraktion in Zusammenhang mit der Verabschiedung des Bebauungsplanes „Westufer Kulkwitzer See“ die Verwaltung beauftragt, sich mit der Kommunalaufsicht im Landratsamt abzustimmen, um eine rechtssichere Beurteilung nicht nur aus der Sicht der Stadtverwaltung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zu erhalten.
In der Vorlage der Bürgermeisterin wurde dann ausgeführt, dass nach der rechtsaufsichtlichen Vorprüfung durch die Kommunalaufsicht des Landratsamtes das Bürgerbegehren aus rechtlichen Gründen unzulässig ist, weil die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt und damit vom Stadtrat abzulehnen ist. Insoweit hat der Stadtrat dann auch kein eigenes Ermessen auszuüben. Als Begründung wurde ausgeführt, dass ein Finanzierungsvorschlag für die im Ergebnis eines erfolgreichen Bürgerentscheides sich ergebenden Folgekosten nicht erarbeitet wurde, wobei man berücksichtigen muss, dass keine allzu hohen Anforderungen an die Folgekostenermittlung gestellt werden können. In der Begründung des Bürgerbegehrens wird ausgeführt, dass keine Folgekosten entstehen.
Für die CDU-Fraktion führte Herr Dr. Kirschner aus, dass der Stadtrat entsprechend der rechtlichen Situation kein Ermessen bei seiner Entscheidung hat und man, wie bereits in der Vorlage ausgeführt und oben ausgeführt, darauf gedrungen hat, dass nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Kommunalaufsicht die rechtliche Prüfung durchführt und im Ergebnis das Bürgerbegehren unzulässig erklärt werden muss. Auf der anderen Seite muss allerdings auch festgestellt werden, dass ein großer Teil der Bürgerschaft sich für einen Bürgerentscheid ausgesprochen hat und diese Wählermeinung auch respektiert werden muss.
Die CDU Fraktion schlägt deshalb ein Mediationsverfahren vor, in dem die wichtigsten Streitpunkte bei der Bebauungsplanung nochmals besprochen werden. Im Mediationsverfahren, das von einem unabhängigen Sachverständigen und Mediator begleitet wird, sind alle gleichberechtigte Partner, können auf diese Art und Weise Ideen und Vorschläge nochmals austauschen und nach tragfähigen Lösungen suchen. Die CDU-Fraktion hat die Hoffnung, dass auf diese Art und Weise ein Optimum (nicht nur für den Bereich am Kulkwitzer See) für die Stadt und ihre Bürger herausgearbeitet werden kann.
Herr Dr. Kirschner bat darum, dass sich die Partner eines Mediationsverfahrens in absehbarer Zeit zu diesem Vorschlag äußern sollten, um schnellstmöglich dies einleiten zu können. Ebenso schlug er vor, noch im September eine Informationsveranstaltung, an der die Bürgerinitiative, die Fraktionen und die Stadtverwaltung teilnehmen, durchzuführen, um sich über ein Mediationsverfahren sachkundig zu machen.
In der sich anschließenden Diskussion wurde dieser Vorschlag von den Vertretern der Fraktion der LINKEN ebenso wie vom Stadtrat Busch und einer Unterzeichnerin des Bürgerbegehrens zurückgewiesen. Als wesentlicher Grund wurde genannt, dass man angeblich mit diesem Vorschlag zu spät käme und man nunmehr das vorgeschriebene gerichtliche Verfahren einleiten wollte.
Durch Herrn Dr. Aegerter/CDU-Fraktion wurde dann nochmals deutlich gemacht, dass es genau darum geht, nicht juristisch, sondern auf politischem Wege im Gespräch miteinander die auftretenden Probleme zu klären. Dafür kann es nie zu spät sein. Juristische Auseinandersetzungen führen nur dazu, dass sich die Fronten weiter verhärten und die eigentlich von allen Seiten gewünschte touristische Erschließung des Gebietes sich im erheblichen Umfang verzögern könnte. Die Mediation bietet die Chance, relativ zügig zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Natürlich ist Voraussetzung, dass man einerseits den guten Willen zur Zusammenarbeit mit bringt und andererseits nicht bauliche Fakten geschaffen werden.
Die anschließende geheime Abstimmung über die Vorlage erbrachte eine mehrheitliche Ablehnung (12/5/1) des Bürgerbegehrens.
Als Resümee bleibt zu hoffen, dass der Vorschlag der CDU-Fraktion durch die anderen Fraktionen und die Bürgerinitiative aufgegriffen wird.
Es gilt, eine Chance zu nutzen!
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Informationen aus der Sitzung des Stadtrates am 7. Juli 2011
Leipziger Strasse wird in diesem Jahr nicht saniert
Das Straßenbauamt hat der Stadt mitgeteilt, dass für 2011 keine Bundesmittel mehr zur Verfügung stehen, obwohl Anfang des Jahres noch andere Aussagen vorlagen. Damit wird eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben für Markranstädt wieder verschoben. Die notwendigen kommunalen Mittel für die Sanierung der Gehwege stehen planmäßig zur Verfügung. Die Verwaltung wird jetzt wieder die Anwohner und Unternehmer informieren, es ist aber für alle eine große Enttäuschung.
Tätigkeitsbericht des Büros für Stadtgeschichte
Auf Initiative der CDU-Fraktion konnte Frau Kämmer von der ehrenamtlichen Arbeit im Büro und im Heimatmuseum berichten. Sie sieht zwei wesentliche Aufgaben, zum einen das Sammeln von Informationen, Unterlagen und Exponaten für unsere Nachfahren, zum anderen Menschen heute über die Geschichte Markranstädts zu informieren. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Ausstellungen in den vergangenen Jahren konnte dies umgesetzt werden. Viele interessante Exponate liegen im Büro für Stadtgeschichte, am besten sollte man mal das Büro in der Leipziger Straße besuchen.
Verpflichtung von Herrn Plato/SPD
Als Nachrücker für den zurückgetretenden Herrn Küster wurde Herr Plato aus Großlehna vereidigt. Die CDU-Fraktion wünscht ihm alles Gute und eine gute Zusammenarbeit.
Ziele für das Bebauungsplangebiet Ranstädter Mark neu definiert
Die Entwicklung der letzten Jahre machte es notwendig, die Ziele für die weitere Entwicklung anzupassen. Dazu gehört z.B., dass keine weiteren Photovoltaikanlagen auf dem Boden (wohl aber auf den Dächern von neuen Gewerbeansiedlungen) errichtet werden sollen. Eine bessere Trennung soll es zukünftig zwischen Wohn- und Gewerbegebietsflächen geben.
Kauf von Grundstücken in den Kulkwitz und Straßenbeleuchtung in Schkölen
Der Stadtrat beschäftigte sich mit dem Kauf und Verkauf von Grundstücken in Kulkwitz, um den dortigen Bau der Kreisstraße zu gewährleisten. Für den Ortsteil Schkölen wurden zusätzlich circa 30.000 € zur Verfügung gestellt, um bei einer Sanierungsmaßnahme der ENVIA-M auch die Straßenbeleuchtung zu modernisieren.
Ergebnis der Prüfung einer Petition zum Bebauungsplan „Westufer Kulkwitzer See“ an den sächsischen Landtag zur Kenntnis genommen
Die Petition eines Bürgers aus der Ostsiedlung an den sächsischen Landtag wegen angeblicher Verstöße gegen die geltenden gesetzlichen Bestimmungen wurde nach intensiver Prüfung durch den Landtag zurückgewiesen. Darüber informierte die Verwaltung den Stadtrat. Auch der Landtag sieht das bisherige Verfahren als rechtmäßig an.



